Fast alle grossen Schweizer Städte liegen an einem See oder an einem Fluss. St.Gallen nicht. Selbst die Steinach, der kleine Fluss, dem die Stadt ihre Gründung verdankt, fliesst heute grösstenteils unter dem Boden.
Dabei gibt es im Osten der Stadt eine Fläche, die sich für einen See eignet: das Areal Bach, von der Olma bis zum Galgentobel. Die Fotomontage zeigt, wie er aussehen könnte: ein Uferweg, kleine Boote, Wasser bis nahe an die Innenstadt. Gespeist würde er aus der Steinach. Ein grosser Teil der Grundstücke gehört bereits der öffentlichen Hand.
Unmöglich ist das nicht. Dhaka, die Hauptstadt von Bangladesch, hat mit dem Hatirjheel einen See von über hundert Hektaren bis ans Zentrum gebaut, mit acht Kilometern Uferweg. Und wenn St.Gallen für den neuen Bahnhofplatz oder einen Veloweg je rund hundert Millionen Franken ausgeben kann, ist auch ein See eine Frage des Willens.
Wenn eine Idee am Anfang nicht absurd erscheint, ist sie nichts wert.Albert Einstein
Erst der Nutzen, dann die Kosten
Auf die ersten Inserate kamen viele begeisterte Zuschriften. Die entscheidende Frage ist einfach: Hätte eine Mehrheit der St.Gallerinnen und St.Galler Freude an diesem See – und wäre sie vielleicht sogar ein wenig stolz darauf?
Danach folgen die Fragen, die sich jede gute Idee gefallen lassen muss: Bringt der See mehr Übernachtungen? Profitiert die Olma? Wird St.Gallen als Wohnort attraktiver? Wie gestaltet man das Ufer, damit möglichst viele etwas davon haben? Ein Team soll diese Fragen nun beantworten. Am Ende steht eine Petition. Der erste Schritt ist kleiner: Sagen Sie uns, was Sie denken.